Heinz Zolper und die Eroberung des öffentlichen Raums

Wir kennen aus allen Kulturen die vornehme staatsbürgerliche Pflicht Denkmäler zu gestalten. Üblicherweise dienten Sie der Vergöttlichung von Personen oder zumindest Betonung ihrer Erhabenheit über dem gewöhnlichen Volk. Grundsätzlich galten sie als Monument dem Gedächtnis an eine Person oder ein Ereignis. Die Dichotomie von Inhalt und Gestalt ermöglicht dabei die „Sprachfähigkeit“ des Denkmals; die begriffliche Zueignung transportiert Bedeutung. Möchte man den Menschen an sich in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion stellen, so gilt es die Funktion als Unterwerfungszeichen wie auch einseitige Belehrungen zu vermeiden. Wenn auch ein öffentliches Kunstwerk städtebauliche Aspekte berücksichtigen sollte, die über den dekorativen Charakter hinausgehen, so sollte sie auch etwas mitzuteilen haben. Denkmäler als Kunst im Raum können vielfältige Aufgaben erfüllen, in erster Linie dienen Sie als Mittel der Kommunikation.

Heinz Zolper ist ein Künstler, dem die Bedeutung von Diskurs als kommunikativer Prozess bewusst ist und ihn deshalb bewusst für gesellschaftlich relevante Themen und Formen einsetzt. Zolper tritt dem Betrachter dabei nicht als Lehrmeister entgegen, sondern ermutigt ihn spielerisch sich auf seine Bild- und Vorstellungswelten einzulassen. Folgt man seiner Kunst als Einladung, ist man vor Überraschungen nicht gefeit, der Weg kann zu den höchsten Gipfeln der Freude, des Wahns und der Glückseligkeit führen. Hierbei sollte sich der Betrachter bei allem Spaß den Zolper sich und andern gönnt nicht verunsichern lassen; er kann auf die Seriosität des Angebots vertrauen. Dies gilt umso mehr, wenn er mit Zolpers Kunst in die Schichten der Verlassenheit und die tiefsten Winkel der Seele eintaucht. Einer wie er , dessen Arbeiten mit Leichtigkeit das private Umfeld immer aufs neue inspirieren können, ist gleichzeitig in besonderen Maße prädestiniert im öffentlichen Raum zu wirken. Denn er spricht mit Humor jeden an, um ihn dann respektvoll mit Ernst abzuholen und zu begleiten – ohne den besserwisserischen Zeigefinger zu erheben. Nach einen langen Zeit experimenteller und konzeptioneller Versuche im Bereich der Plastik, unternimmt Zolper seit kurzem wieder den Schritt den öffentlichen Raum der Städte zu erobern. Seine monumentale Kunst ist dabei nicht erdrückend, sondern ein der jeweiligen Umgebung angepasstes eigenständiges Angebot. Hierdurch erhält es die Befähigung als kulturelles Geschenk. Das Kunstwerk soll anregen und inspirieren, vor allem aber auch möglichst viele Menschen anhaltend erfreuen.

In dem er sich von der Vorstellung einer staatbürgerlichen Idee löst verlässt Zolper die Schwere der Monumentalfigur und demokratisiert deren Denkmalfunktion. Er vertritt ausdrücklich keine Ideologie, sondern sieht sich in der Tradition des Humanismus der Bewahrung der Menschenrechte verpflichtet. Er möchte möglichst viele und unterschiedliche Menschen ansprechen, dazu braucht er die Neutralität des öffentlichen Raums. Um den öffentlichen Raum zu erobern muss er die Herzen der Menschen erreichen. So ist seine Bildsprache sowohl dem flüchtigen Blick offen, als auch der zeitintensiven Meditation. Um dieses Ziel zu hat er aus dem Kanon seiner Dame-Erfindung thematische Variable entwickelt. Bei der Konstruktion einer zeichenhaften Figur bedient er sich einer der Pop Art und Comic Art entlehnten Reduzierung der Sprache. Das macht seine Monumentalfiguren in der Ansprache leicht zugänglich. Die Transparenz der reliefartigen Gestaltung schließt den umgebenden Raum ein und ermöglicht immer neue Blicke.

Thematisch erweitert er seinen Diskurs um die Anerkennung von Diversität und die Forderung nach Gleichheit. Es ist ein Diskurs den er bereits in der Malerei, in seinen Künstlerzeitschriften und sonstigen Medien über Jahrzehnte führt. Mit schelmischen Humor gelingt es ihm gesellschaftliche Verwerfungen bloßzustellen und mit großem Ernst Respekt und Liebe einzufordern.

Im Auftrag der Winter Stiftung Hamburg sind erste Entwürfe für die Stadt Hamburg entstanden. Die Hansestadt ist als wirtschaftliches Tor zur Welt besonders geeignet die Botschaft von Diversität und Gleichheit zu verbreiten. Seine Überlegungen schließen aber grundsätzlich ein Engagement an allen Orten dieser Welt ein, die sich für seine Idee und eine Zusammenarbeit öffnen.

In einer Initialen Phase entstehen Grafiken und Multiples, die von ArtForum Editions herausgegeben werden. Hierdurch werden allen Kunstfreunden nicht nur wunderbare Sammlerobjekte geboten, sondern auch die Möglichkeit eröffnet die öffentlichen Projekte mit zu fördern. Denn Erträge kommen der gemeinnützigen Förderung dieser Idee zugute.

ArtForum Editions